Die Stromrechnung fällt höher aus als erwartet, und auch die Heizkosten belasten das Haushaltsbudget. Dabei liegt das Sparpotenzial nicht immer nur darin, weniger Energie zu verbrauchen. Manchmal reicht schon ein Blick auf den bestehenden Vertrag. Denn zwischen Strom- und Gastarifen können erhebliche Preisunterschiede liegen, selbst wenn du deinen Verbrauch überhaupt nicht veränderst.
Ein Wechsel des Strom- oder Gasanbieters kann deshalb eine einfache Möglichkeit sein, die laufenden Haushaltskosten zu senken. Doch woran erkennst du einen wirklich günstigen Tarif? Welche Vertragsbedingungen sind wichtig, und wie vermeidest du teure Kostenfallen bei Bonusangeboten und Preisgarantien? Hier erfährst du, wie du Angebote richtig vergleichst, deinen bestehenden Vertrag kündigst und den Anbieterwechsel Schritt für Schritt erledigst.
Themenüberblick:
- Warum sich ein Wechsel von Strom- und Gasvertrag lohnen kann
- Strom- und Gastarife vergleichen: Darauf kommt es an
- So viel kannst du mit einem günstigeren Tarif sparen
- Vergleichsportale richtig nutzen und Kostenfallen vermeiden
- Strom- oder Gasanbieter wechseln: So funktioniert es
- Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist und Sonderkündigungsrecht
- Strom und Gas wechseln bei Umzug oder Preiserhöhung
- Welcher Tarif passt zu deinem Haushalt?
- Häufige Fragen zum Strom- und Gasanbieterwechsel
- Mit einem jährlichen Tarifcheck langfristig sparen
Auf einen Blick: Ein Wechsel des Strom- oder Gasanbieters ist für Haushaltskunden kostenlos und kann die jährlichen Energiekosten senken. Entscheidend sind die Gesamtkosten aus Arbeitspreis und Grundpreis, nicht der monatliche Abschlag oder ein einmaliger Bonus. In der Grundversorgung kannst du mit zwei Wochen Frist kündigen, bei Sonderverträgen gelten die jeweiligen Vertragsbedingungen und gesetzlichen Kündigungsrechte.
Warum sich ein Wechsel von Strom- und Gasvertrag lohnen kann
Die Strom- und Gaspreise unterscheiden sich nicht nur zwischen verschiedenen Regionen, sondern auch zwischen den einzelnen Energieanbietern. Selbst innerhalb desselben Unternehmens können mehrere Tarife mit unterschiedlichen Preisen und Vertragsbedingungen angeboten werden.
Wer seinen Energievertrag schon längere Zeit nicht überprüft hat, bezahlt möglicherweise mehr als notwendig. Besonders bei älteren Sonderverträgen oder in der Grundversorgung kann sich ein Vergleich lohnen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Grundversorgung grundsätzlich der teuerste Tarif ist. Auch dort können die Preise wettbewerbsfähig sein. Entscheidend ist deshalb immer ein Vergleich mit den Angeboten, die an deinem Wohnort tatsächlich verfügbar sind.
Grundversorgung oder Sondervertrag: Was ist der Unterschied?
In der Grundversorgung wirst du vom örtlichen Grundversorger beliefert. Das ist der Energieanbieter, der im jeweiligen Netzgebiet die meisten Haushaltskunden versorgt. Ein solcher Vertrag kann beispielsweise entstehen, wenn du in eine Wohnung einziehst und Strom verbrauchst, ohne zuvor einen anderen Liefervertrag abgeschlossen zu haben.
Die Grundversorgung bietet vergleichsweise flexible Kündigungsmöglichkeiten. Du kannst sie jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen beenden.
Ein Sondervertrag ist dagegen ein individuell abgeschlossener Energieliefervertrag außerhalb der Grundversorgung. Solche Tarife können günstiger sein, enthalten aber häufig Mindestlaufzeiten, besondere Kündigungsbedingungen oder Preisgarantien.
Ein Anbieterwechsel kann auch ohne Veränderung deiner Gewohnheiten Geld sparen. Die Menge an Strom oder Gas bleibt gleich, aber der Preis pro Kilowattstunde oder der jährliche Grundpreis sinkt.
Strom- und Gastarife vergleichen: Darauf kommt es an
Ein günstiger Energietarif lässt sich nicht allein am monatlichen Abschlag erkennen. Dieser Betrag ist lediglich eine Vorauszahlung auf die voraussichtlichen Kosten. Ob du tatsächlich sparst, zeigt sich erst beim Vergleich der gesamten Jahreskosten.
Dafür benötigst du vor allem drei Angaben: deinen Jahresverbrauch, den Arbeitspreis und den Grundpreis.
Arbeitspreis: Das kostet jede Kilowattstunde
Der Arbeitspreis gibt an, wie viel du für jede verbrauchte Kilowattstunde Strom oder Gas bezahlst. Er wird häufig in Cent pro Kilowattstunde angegeben.
Je höher dein Verbrauch ist, desto stärker wirkt sich ein Unterschied beim Arbeitspreis auf die Jahresrechnung aus. Besonders bei Haushalten mit hohem Gasverbrauch oder einem großen Strombedarf kann bereits ein kleiner Preisunterschied spürbare Auswirkungen haben.
Grundpreis: Die festen Kosten des Tarifs
Zusätzlich zum verbrauchsabhängigen Arbeitspreis berechnen die meisten Energieanbieter einen festen Grundpreis. Dieser wird monatlich oder jährlich ausgewiesen und fällt unabhängig von deinem tatsächlichen Verbrauch an.
Ein Tarif mit einem niedrigen Arbeitspreis ist deshalb nicht automatisch die günstigste Wahl. Wenn der Grundpreis besonders hoch ausfällt, kann ein anderer Tarif mit etwas höherem Arbeitspreis insgesamt preiswerter sein.
Jahresverbrauch: Die Grundlage für jeden Vergleich
Deinen Jahresverbrauch findest du auf der letzten Strom- oder Gasabrechnung. Er wird normalerweise in Kilowattstunden angegeben. Beim Gaszähler wird zwar meist ein Volumen in Kubikmetern angezeigt, für den Tarifvergleich ist aber der in der Rechnung umgerechnete Energieverbrauch in Kilowattstunden maßgeblich.
Wenn sich dein Haushalt verändert hat, solltest du den bisherigen Verbrauch entsprechend einordnen. Ein zusätzlicher Bewohner, eine neue Wärmepumpe oder das regelmäßige Laden eines Elektroautos können den Energiebedarf verändern.
Beachte außerdem, ob Kosten für den Messstellenbetrieb im Tarif enthalten sind oder gesondert abgerechnet werden. Auch solche Kosten gehören in einen vollständigen Preisvergleich.
Die einfache Rechnung: Multipliziere deinen Jahresverbrauch mit dem Arbeitspreis pro Kilowattstunde und addiere anschließend den jährlichen Grundpreis sowie gegebenenfalls zusätzliche Kosten. Vergleiche die Ergebnisse immer bei derselben Verbrauchsmenge.
So viel kannst du mit einem günstigeren Tarif sparen
Wie groß die Ersparnis beim Anbieterwechsel ausfällt, hängt von deinem bisherigen Vertrag, dem Energieverbrauch und den verfügbaren Angeboten ab. Eine pauschale Aussage wie „Jeder Haushalt spart mehrere Hundert Euro“ wäre deshalb irreführend.
Eine Beispielrechnung zeigt jedoch, wie sich unterschiedliche Preise auf die jährlichen Haushaltskosten auswirken können.
Beispiel: 252 Euro weniger Stromkosten im Jahr
Angenommen, dein Haushalt verbraucht 3.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Beim bisherigen Anbieter bezahlst du 38 Cent pro Kilowattstunde und einen jährlichen Grundpreis von 180 Euro.
Ein neuer Anbieter verlangt dagegen 30 Cent pro Kilowattstunde und einen Grundpreis von 168 Euro im Jahr.
| Stromkosten | Alter Tarif | Neuer Tarif |
|---|---|---|
| Jahresverbrauch | 3.000 kWh | 3.000 kWh |
| Arbeitspreis | 38 ct/kWh | 30 ct/kWh |
| Grundpreis pro Jahr | 180 € | 168 € |
| Jahreskosten | 1.320 € | 1.068 € |
| Jährliche Ersparnis | 252 € |
Allein durch den niedrigeren Strompreis würden in diesem Beispiel 252 Euro weniger im Jahr anfallen. Der Verbrauch bleibt dabei unverändert.
Beispiel: 300 Euro weniger Gaskosten im Jahr
Bei einer Gasheizung können Preisunterschiede ebenfalls erhebliche Auswirkungen haben. Angenommen, dein Haushalt benötigt 12.000 Kilowattstunden Gas im Jahr.
Der bisherige Tarif kostet 12 Cent pro Kilowattstunde, ein alternatives Angebot 9,5 Cent. Der jährliche Grundpreis beträgt bei beiden Tarifen 180 Euro.
| Gaskosten | Alter Tarif | Neuer Tarif |
|---|---|---|
| Jahresverbrauch | 12.000 kWh | 12.000 kWh |
| Arbeitspreis | 12 ct/kWh | 9,5 ct/kWh |
| Grundpreis pro Jahr | 180 € | 180 € |
| Jahreskosten | 1.620 € | 1.320 € |
| Jährliche Ersparnis | 300 € |
Zusammen könnten in diesen beiden Rechenbeispielen 552 Euro jährlich eingespart werden, ohne den Strom- oder Gasverbrauch zu senken.
Die verwendeten Preise sind ausschließlich frei gewählte Rechenbeispiele und keine konkreten Marktangebote. Vorausgesetzt wird, dass alle üblichen Preisbestandteile in den angegebenen Grund- und Arbeitspreisen enthalten sind. Einmalige Boni, gesonderte Messkosten und spätere Preisänderungen wurden nicht berücksichtigt.
Wie hoch deine persönliche Ersparnis ausfällt, kannst du mit deinen tatsächlichen Vertragsdaten und einem aktuellen Tarifvergleich feststellen.
Vergleichsportale richtig nutzen und Kostenfallen vermeiden
Online-Vergleichsportale machen die Suche nach einem günstigeren Strom- oder Gastarif deutlich einfacher. Nach Eingabe deiner Postleitzahl und des Jahresverbrauchs werden passende Angebote für deinen Wohnort angezeigt.
Allerdings lohnt es sich, die voreingestellten Suchfilter genauer anzusehen. Nicht jedes Portal sortiert die Ergebnisse automatisch nach den niedrigsten Jahreskosten. Außerdem werden manche Angebote besonders hervorgehoben, weil die Anbieter für eine Vermittlung bezahlen.
Diese Einstellungen sind beim Tarifvergleich sinnvoll
- Jahresverbrauch realistisch eingeben: Verwende möglichst den tatsächlichen Verbrauch deiner letzten Abrechnung.
- Jahrespreis anzeigen: Vergleiche die gesamten Kosten statt nur den monatlichen Abschlag.
- Boni zunächst ausschließen: So erkennst du, wie günstig ein Tarif ohne einmalige Vergünstigung ist.
- Alle verfügbaren Angebote anzeigen: Deaktiviere Filter wie „nur direkte Wechselmöglichkeit“ oder „nur empfohlene Anbieter“.
- Fixpreistarife auswählen: Wenn du einen klassischen Vertrag mit planbaren Preisen suchst, schließe dynamische Tarife zunächst aus.
- Ungefähr zwölf Monate Vertragslaufzeit wählen: So bleibt die langfristige Bindung überschaubar.
- Nur einen Tarif je Anbieter anzeigen: Das macht die Übersicht verständlicher.
- Nach Gesamtpreis sortieren: Kontrolliere, ob die günstigsten Angebote tatsächlich zuerst erscheinen.
- Mehrere Portale vergleichen: Nicht jedes Portal enthält dieselben Anbieter und Tarifangebote.
Bekannte Vergleichsmöglichkeiten sind beispielsweise CHECK24, Verivox und der Stromvergleich von Finanztip. Zusätzlich solltest du die Angebote deines örtlichen Stadtwerks prüfen, weil nicht alle Tarife in jedem Vergleichsportal erscheinen.
Wenn du ein interessantes Angebot gefunden hast, kontrolliere die Vertragsbedingungen noch einmal auf der Internetseite des jeweiligen Energieanbieters. Speichere außerdem die Tarifdetails und Bonusbedingungen, damit du sie später mit der Vertragsbestätigung vergleichen kannst.
Neukundenbonus: Ein Schnäppchen nur im ersten Jahr?
Ein hoher Neukundenbonus kann einen Energievertrag besonders attraktiv erscheinen lassen. Häufig wird der Bonus jedoch erst nach einer bestimmten Vertragsdauer ausgezahlt oder mit der Jahresrechnung verrechnet.
Dadurch kann ein Tarif im ersten Jahr günstig sein, während im zweiten Jahr deutlich höhere Kosten entstehen. Besonders dann, wenn du nicht erneut wechselst, kann sich ein zunächst attraktives Angebot langfristig als teuer erweisen.
Vergleiche deshalb zuerst den Preis ohne Bonus. Wenn du dich dennoch für einen Bonustarif entscheidest, solltest du die Auszahlungsbedingungen kennen und dir rechtzeitig einen Termin für den nächsten Tarifvergleich setzen.
Preisgarantie: Was wird tatsächlich garantiert?
Eine Preisgarantie kann helfen, bestimmte Preiserhöhungen während der vereinbarten Vertragsdauer zu vermeiden. Allerdings deckt nicht jede Garantie sämtliche Bestandteile des Strom- oder Gaspreises ab.
Bei eingeschränkten Preisgarantien können beispielsweise Änderungen von Steuern, Abgaben, Umlagen oder Netzentgelten ausgenommen sein. Dadurch sind trotz bestehender Preisgarantie Anpassungen des Gesamtpreises möglich.
Prüfe deshalb nicht nur die Dauer, sondern auch den tatsächlichen Umfang der Garantie. Eine Preisgarantie ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Tarif trotz dieser Absicherung insgesamt preiswert bleibt.
Weitere Kostenfallen beim Energievertrag
| Kostenfalle | Darauf solltest du achten |
|---|---|
| Hoher Wechselbonus | Kosten ohne Bonus und für Folgejahre vergleichen. |
| Niedriger Abschlag | Arbeitspreis, Grundpreis und Jahreskosten prüfen. |
| Unklare Preisgarantie | Ausnahmen und garantierte Preisbestandteile lesen. |
| Vorkasse oder Kaution | Möglichst vermeiden, da bei einer Insolvenz Geld verloren gehen kann. |
| Pakettarif | Regeln bei Mehr- oder Minderverbrauch sorgfältig prüfen. |
| Lange Vertragsbindung | Flexibilität und Kündigungsmöglichkeiten berücksichtigen. |
| Unbekannter Anbieter | Servicequalität, Beschwerdeberichte und Vertragsbedingungen überprüfen. |
| Gesonderte Messkosten | Prüfen, ob die Kosten für den Messstellenbetrieb enthalten sind. |
Besonders bei ungewöhnlich günstigen Angeboten lohnt sich ein genauer Blick. Ein guter Energievertrag sollte nicht nur auf dem Papier preiswert sein, sondern auch verständliche Bedingungen und einen zuverlässigen Kundenservice bieten.
Strom- oder Gasanbieter wechseln: So funktioniert es
Wenn du einen passenden Tarif gefunden hast, ist der eigentliche Anbieterwechsel normalerweise unkompliziert. Die notwendigen Abstimmungen mit dem Netzbetreiber und dem bisherigen Lieferanten übernimmt im Regelfall der neue Anbieter.
Du musst dafür keinen neuen Strom- oder Gaszähler einbauen lassen. Auch an den Leitungen ändert sich nichts. Der Wechsel betrifft in erster Linie den Vertrag und die Abrechnung.
Schritt 1: Alte Jahresabrechnung bereitlegen
Auf deiner letzten Strom- oder Gasabrechnung findest du die wichtigsten Angaben für den Wechsel. Dazu gehören dein Jahresverbrauch, die bisherigen Preise, die Kundennummer und häufig auch der nächstmögliche Kündigungstermin.
Notiere dir außerdem die Zählernummer und die Marktlokations-ID. Diese elfstellige Kennnummer identifiziert die Verbrauchsstelle und erleichtert insbesondere beim Stromwechsel die eindeutige Zuordnung.
Schritt 2: Neuen Tarif auswählen
Vergleiche die Jahreskosten mehrerer Anbieter und berücksichtige neben dem Preis auch Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantie und Service. Ein Tarif mit etwas höheren Kosten, aber deutlich besseren Bedingungen kann die angenehmere Wahl sein.
Bevor du den Antrag abschickst, kontrolliere den gewünschten Lieferbeginn. Dieser muss zu den Kündigungsbedingungen deines bisherigen Vertrags passen.
Schritt 3: Vertrag abschließen und Kündigung organisieren
Den neuen Vertrag kannst du häufig direkt auf der Internetseite des Anbieters oder über ein Vergleichsportal abschließen. Dafür gibst du deine persönlichen Daten und die Angaben zur Verbrauchsstelle ein.
Bei einem normalen Anbieterwechsel kannst du den neuen Lieferanten damit beauftragen, deinen alten Vertrag zu kündigen. Er kümmert sich dann grundsätzlich um die notwendigen Schritte und stimmt den Wechseltermin ab.
Bei einer kurzfristigen Sonderkündigung, beispielsweise wegen einer Preiserhöhung, solltest du die Kündigung dagegen selbst erklären. So kannst du sicherstellen, dass sie rechtzeitig beim bisherigen Anbieter eingeht.
Schritt 4: Vertragsbestätigung kontrollieren
Der neue Anbieter muss dir bestätigen, ob und zu welchem Termin die Belieferung beginnt. Vergleiche die bestätigten Preise, Vertragslaufzeiten und Bonusbedingungen mit dem ursprünglichen Angebot.
Wenn du den Vertrag online oder im Fernabsatz abgeschlossen hast, besteht normalerweise ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen. Beachte dazu die Widerrufsbelehrung und mögliche Besonderheiten bei einem bereits begonnenen Liefervertrag.
Schritt 5: Zählerstand am Wechseltag dokumentieren
Am Tag des Anbieterwechsels solltest du deinen Strom- oder Gaszähler ablesen. Notiere den Zählerstand zusammen mit dem Datum und mache am besten ein Foto davon.
Übermittle den Zählerstand an die beteiligten Stellen, insbesondere den zuständigen Netzbetreiber sowie den bisherigen und den neuen Lieferanten. Damit lässt sich die Abrechnung zwischen beiden Verträgen korrekt abgrenzen.
Schritt 6: Schlussrechnung prüfen
Dein bisheriger Anbieter muss dir spätestens sechs Wochen nach dem Ende des Lieferverhältnisses eine Schlussrechnung zur Verfügung stellen. Kontrolliere die darin angegebenen Zählerstände, Preise und bereits geleisteten Abschläge.
Ein Guthaben aus der Schlussrechnung muss grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen ausgezahlt werden. Wenn Angaben fehlen oder offensichtlich falsch sind, solltest du den Anbieter schriftlich um eine Korrektur bitten.
Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist und Sonderkündigungsrecht
Ob du deinen Strom- oder Gasanbieter sofort wechseln kannst, hängt vor allem von deinem bisherigen Vertrag ab. Eine günstige Alternative zu finden bedeutet nicht automatisch, dass dein bisheriger Vertrag bereits beendet werden darf.
Kündigungsfrist in der Grundversorgung
Wenn du dich in der Grundversorgung befindest, kannst du deinen Strom- oder Gasvertrag jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen.
Das bietet dir die Möglichkeit, vergleichsweise schnell zu einem anderen Anbieter oder in einen günstigeren Sondertarif zu wechseln. Ein solcher Sondertarif kann auch vom bisherigen Grundversorger angeboten werden.
Welche Regeln gelten für Sonderverträge?
Bei Sonderverträgen musst du zunächst die vereinbarte Mindestlaufzeit beachten. Für Verbraucherverträge sind anfängliche Bindungen von bis zu 24 Monaten grundsätzlich möglich.
Bei Verträgen, die seit dem 1. März 2022 abgeschlossen wurden, können Verbraucher nach Ablauf der ursprünglichen Mindestlaufzeit grundsätzlich jederzeit mit einer Frist von höchstens einem Monat kündigen.
Für ältere Verträge können andere Verlängerungs- und Kündigungsregeln gelten. Deshalb solltest du bei einem länger bestehenden Vertrag die Bedingungen und den nächsten Kündigungstermin in deiner Jahresabrechnung oder deinen Vertragsunterlagen prüfen.
Wann hast du ein Sonderkündigungsrecht?
Wenn dein Energieanbieter den Preis oder andere Vertragsbedingungen einseitig ändert, kann dir ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht zustehen. Du darfst den Vertrag dann grundsätzlich ohne Einhaltung der regulären Kündigungsfrist zum Zeitpunkt der Änderung beenden.
Der Anbieter muss Haushaltskunden über entsprechende Preisänderungen grundsätzlich mindestens einen Monat im Voraus informieren und auf ihre Rechte hinweisen. Es gibt gesetzliche Ausnahmen, beispielsweise bei der unveränderten Weitergabe bestimmter Umsatzsteueränderungen.
Wenn du dein Sonderkündigungsrecht nutzen möchtest, solltest du die Kündigung selbst rechtzeitig und nachweisbar erklären. Der Eingang beim bisherigen Anbieter ist entscheidend, nicht der Zeitpunkt, an dem du den Brief abschickst oder den neuen Tarif auswählst.
Bewahre die Kündigung und die Eingangsbestätigung auf. Der Energieanbieter muss eine Kündigung grundsätzlich innerhalb einer Woche unter Angabe des Vertragsendes in Textform bestätigen.
Strom und Gas wechseln bei Umzug oder Preiserhöhung
Ein Wohnungswechsel oder ein Brief mit einer angekündigten Preiserhöhung sind typische Anlässe, den bisherigen Energievertrag zu überprüfen. Dabei solltest du allerdings nicht davon ausgehen, dass dein Vertrag automatisch endet.
Stromvertrag bei Umzug rechtzeitig klären
Wenn du umziehst, kann dir bei einem Sondervertrag ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht mit einer Frist von sechs Wochen zustehen. Die Kündigung kann zum Auszugstermin oder zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Allerdings darf der bisherige Anbieter den Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen am neuen Wohnort zu den bisherigen Bedingungen fortsetzen. Bietet er dir innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung eine solche Fortsetzung an und ist die Belieferung dort möglich, entfällt das umzugsbedingte Sonderkündigungsrecht.
Teile deinem Anbieter die neue Adresse oder die zur Identifizierung notwendige Nummer der neuen Verbrauchsstelle rechtzeitig mit. Bei der Wohnungsübergabe solltest du die Zählerstände an der alten und der neuen Adresse dokumentieren.
Was bedeutet der Stromanbieterwechsel innerhalb von 24 Stunden?
Der technische Wechsel eines Stromlieferanten muss an Werktagen innerhalb von 24 Stunden möglich sein. Dabei geht es um die elektronische Zuordnung der Verbrauchsstelle zum neuen Anbieter.
Das ist keine allgemeine 24-Stunden-Kündigungsfrist. Die Mindestlaufzeit und die regulären Kündigungsbedingungen deines bestehenden Stromvertrags gelten weiterhin.
Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft den Umzug: Eine rückwirkende Anmeldung bei einem Stromanbieter ist nicht möglich. Wenn du nach dem Einzug bereits Strom verbrauchst, ohne vorher einen anderen Vertrag abgeschlossen zu haben, entsteht in der Regel zunächst ein Grundversorgungsvertrag.
Für Gas gelten teilweise andere technische Wechselverfahren. Deshalb solltest du die beschleunigten Regeln des Strommarktes nicht automatisch auf Gasverträge übertragen.
Was tun, wenn dein Energieanbieter die Preise erhöht?
Prüfe zunächst, welche Preisbestandteile steigen und wie sich die Änderung auf deine voraussichtlichen Jahreskosten auswirkt. Eine geringe Erhöhung des Grundpreises kann für einen Haushalt mit niedrigem Verbrauch anders ins Gewicht fallen als eine deutliche Erhöhung des Arbeitspreises.
Vergleiche anschließend alternative Angebote und beachte den Zeitpunkt, ab dem der neue Preis gelten soll. Falls du ein Sonderkündigungsrecht hast, sollte der neue Vertrag möglichst nahtlos an das Ende des bisherigen Vertrags anschließen.
Auch ein günstigeres Angebot deines bisherigen Lieferanten kann eine Alternative sein. Du musst also nicht zwangsläufig das Unternehmen wechseln, um künftig weniger zu bezahlen.
Welcher Tarif passt zu deinem Haushalt?
Der günstigste Tarif auf einem Vergleichsportal ist nicht für jeden Haushalt automatisch die beste Wahl. Neben dem Preis spielen dein Verbrauchsverhalten, die gewünschte Planungssicherheit und die Ausstattung deines Haushalts eine Rolle.
Klassischer Fixpreistarif für planbare Kosten
Wenn du möglichst unkompliziert Strom beziehen möchtest, ist ein klassischer Fixpreistarif häufig eine gute Ausgangsbasis. Der Arbeitspreis ist grundsätzlich vertraglich festgelegt, wobei mögliche Preisänderungen und Preisgarantien gesondert geprüft werden müssen.
Eine Vertragslaufzeit von ungefähr zwölf Monaten bietet einen praktischen Mittelweg zwischen Planungssicherheit und Flexibilität. Entscheidend bleibt aber, dass die Gesamtkosten stimmen und du den nächsten Kündigungstermin nicht übersiehst.
Dynamischer Stromtarif für flexible Verbraucher
Bei dynamischen Stromtarifen verändert sich der Arbeitspreis abhängig vom Börsenstrompreis. Das kann Vorteile bringen, wenn du deinen Stromverbrauch gezielt auf günstigere Stunden verlagern kannst.
Besonders interessant können solche Tarife für Haushalte mit einem Elektroauto, einer Wärmepumpe oder einem steuerbaren Batteriespeicher sein. Dafür benötigst du normalerweise ein intelligentes Messsystem, das den zeitabhängigen Verbrauch erfasst.
Allerdings sind die zukünftigen Kosten weniger gut planbar als bei einem festen Arbeitspreis. Hohe Börsenpreise können zu höheren Rechnungen führen. Wer seinen Verbrauch kaum verschieben kann, sollte deshalb besonders sorgfältig vergleichen.
Gasanbieter wechseln: Was gilt für Mieter?
Ob du deinen Gasanbieter selbst wechseln kannst, hängt davon ab, wie deine Wohnung beheizt wird und wer den Gasliefervertrag abgeschlossen hat.
Wenn du eine eigene Gasetagenheizung und einen eigenen Gasliefervertrag besitzt, kannst du grundsätzlich selbst einen neuen Anbieter auswählen.
Bei einer zentralen Gasheizung im Mehrfamilienhaus wird der Liefervertrag dagegen häufig vom Vermieter oder der Hausverwaltung abgeschlossen. Die Heizkosten werden anschließend über die Betriebskosten abgerechnet. Als einzelner Mieter kannst du den gemeinsamen Gasanbieter dann normalerweise nicht selbst wechseln.
Wenn dir die Heizkosten auffällig hoch erscheinen, kannst du deine Abrechnung prüfen und den Vermieter auf mögliche günstigere Tarife hinweisen.
Bei einem geplanten Wechsel der Heiztechnik, beispielsweise von einer Gasheizung zur Wärmepumpe, sollte die verbleibende Gasvertragslaufzeit ebenfalls berücksichtigt werden. Eine lange Bindung kann unpraktisch werden, wenn der Anschluss bald nicht mehr benötigt wird.
Häufige Fragen zum Strom- und Gasanbieterwechsel
Ist der Wechsel des Strom- oder Gasanbieters kostenlos?
Ja. Die Kündigung und der reguläre Lieferantenwechsel sind für Haushaltskunden gesetzlich kostenfrei. Das bedeutet allerdings nicht, dass du bestehende Zahlungsverpflichtungen aus deinem alten Vertrag ignorieren kannst. Offene Rechnungen müssen weiterhin beglichen werden.
Kann beim Anbieterwechsel der Strom oder das Gas ausfallen?
Ein Versorgungsunterbruch allein wegen des Anbieterwechsels ist nicht vorgesehen. Die Energie kommt weiterhin über dieselben Netze zu dir. Wenn die Belieferung durch den gewünschten Anbieter nicht zustande kommt, greifen die gesetzlichen Regeln der Grund- oder Ersatzversorgung.
Muss ich meinen alten Strom- oder Gasvertrag selbst kündigen?
Bei einem normalen Wechsel übernimmt der neue Anbieter die Kündigung häufig für dich. Bei einem Sonderkündigungsrecht wegen einer Preiserhöhung oder eines Umzugs ist es dagegen ratsam, selbst zu kündigen und den neuen Anbieter über den gewünschten Lieferbeginn zu informieren.
Wie schnell kann ich den Stromanbieter wechseln?
Der technische Stromlieferantenwechsel ist an Werktagen innerhalb von 24 Stunden möglich. Wann dein neuer Vertrag tatsächlich beginnen kann, hängt jedoch auch von den Kündigungsfristen und der Laufzeit des bestehenden Vertrags ab. Für den Gaswechsel gelten andere technische Fristen.
Ist der Tarif mit dem niedrigsten Abschlag automatisch günstiger?
Nein. Der Abschlag ist lediglich eine monatliche Vorauszahlung. Ein niedriger Abschlag kann später zu einer hohen Nachzahlung führen, wenn er nicht zu den tatsächlichen Energiekosten passt. Vergleiche deshalb immer Arbeitspreis, Grundpreis und voraussichtliche Jahreskosten.
Was passiert, wenn der neue Anbieter nicht liefert?
Für Haushalte ist die Energieversorgung gesetzlich abgesichert. Wenn die geplante Lieferung durch einen neuen Anbieter nicht zustande kommt und Energie verbraucht wird, kann die örtliche Grund- oder Ersatzversorgung greifen. Prüfe in diesem Fall die Mitteilungen der beteiligten Unternehmen und suche dir bei Bedarf einen neuen Vertrag.
Was tun bei Problemen mit der Schlussrechnung oder einem Bonus?
Wende dich zunächst schriftlich an den Energieanbieter und schildere den Fehler möglichst genau. Lege relevante Abrechnungen, Vertragsunterlagen und Zahlungsnachweise bei.
Wenn der Anbieter deiner Verbraucherbeschwerde innerhalb von vier Wochen nicht abhilft oder nicht reagiert, kannst du dich unter den gesetzlichen Voraussetzungen an die Schlichtungsstelle Energie wenden. Das Schlichtungsverfahren ist für Verbraucher kostenlos.
Mit einem jährlichen Tarifcheck langfristig sparen
Ein günstiger Strom- oder Gasvertrag bleibt nicht zwangsläufig dauerhaft das beste Angebot. Energiepreise verändern sich, neue Tarife kommen hinzu, und manche Vergünstigungen gelten nur für das erste Vertragsjahr.
Deshalb kann es sinnvoll sein, die eigenen Energiekosten regelmäßig zu überprüfen. Dafür musst du nicht jedes Mal den Anbieter wechseln. Häufig reicht schon ein Vergleich, um festzustellen, ob dein bestehender Vertrag weiterhin preislich attraktiv ist.
Mit dieser Checkliste kannst du deinen nächsten Tarifcheck vorbereiten:
- Letzte Jahresabrechnung heraussuchen: Strom- und Gasverbrauch sowie die gesamten Jahreskosten notieren.
- Vertragsdaten überprüfen: Laufzeit, Kündigungsfrist und nächstmöglichen Wechseltermin feststellen.
- Vergleichsportale richtig einstellen: Boni zunächst ausschließen und nach den tatsächlichen Jahreskosten sortieren.
- Mindestens zwei Angebote vergleichen: Neben dem Preis auch Service, Preisgarantie und Vertragsbedingungen berücksichtigen.
- Bisherigen Anbieter anfragen: Prüfen, ob ein günstigerer Tarif ohne Anbieterwechsel möglich ist.
- Neue Vertragsunterlagen sichern: Preise, Bonusbedingungen und Kündigungsfristen für spätere Nachfragen aufbewahren.
- Erinnerung im Kalender setzen: Den nächsten Preisvergleich rechtzeitig vor dem Ende einer Mindestlaufzeit oder Preisgarantie einplanen.
Gerade bei höheren Energiekosten kann ein regelmäßiger Tarifvergleich eine lohnende Gewohnheit sein. Ein Wechsel spart nicht in jedem Fall Geld, und manchmal bietet auch dein bisheriger Anbieter bereits einen guten Preis.
Wenn du jedoch deine tatsächlichen Jahreskosten kennst, Vergleichsportale bewusst einstellst und Vertragsbedingungen sorgfältig prüfst, kannst du fundierter entscheiden. So behältst du deine Strom- und Gaskosten besser im Blick, ohne bei jedem neuen Tarifangebot sofort handeln zu müssen.
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Quellen:
- https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/Energie/KuendigungLieferantenwechsel/Lieferantenwechsel/artikel.html
- https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/preise-tarife-anbieterwechsel/so-finden-sie-den-passenden-strom-oder-gastarif-6436
- https://www.test.de/Stromtarif-Einfach-den-Stromanbieter-wechseln-und-sparen-5635723-0/
- https://www.finanztip.de/stromanbieter-wechseln/
- https://www.gesetze-im-internet.de/enwg_2005/__41.html
- https://www.schlichtungsstelle-energie.de/ihr-recht.html

